Am Freitag ist zum 82. Mal Welttierschutztag.
Seine Einführung wurde 1929 beschlossen. Der Österreichische Tierschutzverein sieht viele Tierschutzziele noch unverwirklicht.

Das Datum ist auch der Namenstag des Heiligen Franz von Assisi, der unter anderem auch für seine Tierliebe berühmt war. Nach ihm benannte sich nicht nur der aktuelle Papst, auch die „Franz von Assisi-Höfe“ des Österreichischen Tierschutzvereins ehren den Schutzpatron der Tiere.

Die umstrukturierten Bauernhöfe sind als Tierschutzkompetenzzentren im gesamten Bundesgebiet sehr geschätzt und bieten Hunderten geretteten und notleidenden Tieren ein liebevolles Zuhause. Unzählige Hunde und Katzen konnten zudem wieder an neue, liebevolle Plätze vergeben werden. Auch eine 24h Stunden einsatzbereite Tierrettung und eine Wildtierpflegestation betreibt der Österreichische Tierschutzverein.

Doch ist der Welttierschutztag ein Anlass zum Feiern? Susanne Hemetsberger, Geschäftsführerin des Österreichischen Tierschutzvereins sieht noch viel Raum für Verbesserungen: „Wir konnten in den letzten Jahren vielen Tieren konkret helfen und durch Meinungsbildung und politischen Druck Vieles für Tiere erreichen. Z.B. 2005 das Wildtierverbot in Zirkussen. Leider ist unsere Arbeit aber noch längst nicht getan.“

Wo sieht Hemetsberger besonderen Nachholbedarf? „Im Haustierbereich werden viele Tiere unüberlegt oder aus dubiosen Quellen angeschafft und leiden dann. Oft ist zukünftigen Tierhalten ihre Verantwortung nicht bewusst, denn Tiere sind keine schicken Accessoires, sondern Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. In Zoos werden Wildtiere in Gefangenschaft gehalten und teilweise mit Gewalt vermehrt, damit süße Tierbabys Besucher anlocken.“ Hemetsbergers Vision ist der Zuchtstopp in Zoos und deren Nutzung als Auffangstationen für illegal gehaltene und gehandelte Wildtiere, ehemalige Versuchstiere, nicht mehr gewollte Haus- und Nutztiere. Artenschutz heute bedeutet für Hemetsberger Schutz der Lebensräume, denn Nachzuchten ohne Lebensraum bleiben ewig gefangen – in ihren Augen ein unwürdiges Schicksal.

Aber auch in der Massentierhaltung müssten dringend Verbesserungen realisiert werden und für die Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen brauche es wesentlich mehr Fördergelder. „Diese werden aber größtenteils in tierquälerische und häufig ineffiziente, weil nicht auf den Menschen übertragbare Tierversuche investiert, damit Pharmariesen sich absichern können“, ärgert sich Hemetsberger.

Und zuletzt ist natürlich auch die Jagd ein Thema: „Wer dem Töten von Tieren als Hobby nachgehen möchte, der sollte verpflichtend psychologisch untersucht werden, so wie die Sportschützen auch. Die Ablehnung dagegen lässt nur einen Schluss zu: nämlich dass die Jägerschaft selbst um ihre Verlässlichkeit fürchtet“, so Hemetsberger abschließend.

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